Warum nicht einfach los bloggen???

Veröffentlicht am von Silvia Starz

Weltkugel grafikEinerseits wissen vor allem kleinere und mittlere Nonprofit-Organisationen wie schwer es ist, in den klassischen Medien Gehör zu finden. Entweder sind es weltweit berührende Ereignisse oder aber spektakuläre, einzigartige oder kontroverse Aktionen, damit in den „alten“ Medien über die eigene Arbeit berichtet wird. Die  personellen und finanziellen Ressourcen für medienwirksame Öffentlichkeitsarbeit hat aber nicht jede NGO.

Andererseits zeigt sich gerade im Netz durch die Aktivität in den unterschiedlichsten Netzwerken, Foren, Communities oder auch Blogs, dass sich immer Leute finden, die sich für die eigenen Belange interessieren. Warum nicht selbst einen Blog starten und dadurch Interessierte direkt zur eigenen Seite führen?

Ein Blog ist ideal, um Ihrer Nonprofit- Organisation ein Gesicht zu geben und Ideen, Aktionen, Botschaften sowie Ziele transparent darzustellen.

Warum einfach so drauf los bloggen nicht die ideale Vorgehensweise ist

Ein Blog ist dank der kostenlosen Software WordPress schnell aufgesetzt. Durch die leichte Bedienung des Programms lassen auch im Handumdrehen schnell eigene Inhalte erstellen.

Bevor Sie drauf los schreiben, hören Sie erst einmal zu. Nutzen Sie Blogsuchmaschinen wie Technorati  oder die Google Blogsuche und schauen Sie wer über ähnliche Themen schreibt oder was über Sie im Netz geschrieben wird. Für die regelmäßige Information per Mail über ihre Organisation, ihre Konkurrenz oder relevante Themen können Sie auf das kostenlose Tool Google Alertszurückgreifen. Das sind die Basisschritte um überlegt zu starten.

Gerade im Bereich Unternehmensblogs und dazu zähle ich auch Blogs von NGOs gilt: Content ist King! Plumpe Werbebotschaften will niemand lesen, mögen auch die Ziele Ihrer Organisation noch so großartig sein und die Welt zu einem besseren Ort machen.  Denken Sie beim Artikel schreiben aus Lesersicht!

Die Artikel müssen so interessant sein, dass nicht nur die auf der Startseite gelesen werden. Dem Leser sollte der Begriff „Schleichwerbung“ an keiner Stelle in den Sinn kommen. Wenn Sie ihre Artikel sehen, würden Sie diese auch ihren Kollegen oder gar engsten persönlichen Freundeskreis weiterempfehlen? Die Antwort sollte ein klares „Ja, natürlich!“ sein.

Das wichtigste, seien Sie mit Leidenschaft unterwegs. Die müssen ihre Leser  spüren. Geben Sie Ihrem Blog und den Artikeln eine persönliche Note.

Tipps für den idealen Blogstart

Stellen Sie sich als erstes in Ihrer Organisation die Frage: Was möchten Sie mit ihrem Blog bewirken? 

- Aufmerksamkeit für Kampagnen generieren,
- Mehr Traffic auf die Website bekommen,
- Spenden im Online-Bereich erhöhen,
- Unterstützer für ihre Themen gewinnen,
- Einblick in Ihre Organisation geben …….

 

Wenn der Zweck des Blogs intern geklärt ist, beantworten Sie die nächsten Fragen:

- Welche Ziele verfolgen Sie mit einzelnen  Blogartikeln?
- Was unterscheidet Ihren Blog von dem anderer NGOs?
- Hat Ihr Blog ein Alleinstellungsmerkmal? Wenn nicht, wie kann es aussehen?
- Wieso sollten Leser ausgerechnet den RSS-Feed ihrer Organisation abonnieren?

 

Fragestellungen rund um Ihre internen Ressourcen:

1. Haben Sie schon Mitarbeiter oder Ehrenamtlich mit dem entsprechenden Wissen rund um Social Media und den Eigenheiten der Blogosphäre?

2. Wer schreibt die Artikel? Wer hat das Wissen über bestimmte Themen bzw. den Einblick in die internen Abläufe oder die Gegebenheiten vor Ort, wenn es beispielsweise um Hilfestellungen im Ausland geht?

3. In welcher Frequenz möchten Sie Artikel schreiben?

Vielleicht fallen die Antworten nicht leicht und sorgen intern für Diskussionsstoff. Aber eine gründliche Analyse erleichtert Ihnen die spätere Arbeit enorm. Daher mein Tip: Nehmen Sie sich für das Beantworten ausreichend Zeit und vor allem sein Sie ehrlich zu sich selbst. Ein Blog gibt Ihrer Organisation viele neue Möglichkeiten. Wenn Sie unsicher sind, schalten Sie ggf. zu Beginn Experten sein, die Ihnen beratend zur Seite stehen.

Entwickeln Sie einen Redaktionsplan. So ist klar, wer zu welchem Thema und wann etwas schreibt. Idealerweise können Sie schon im Vorfeld auf Kampagnen aufmerksam machen oder aber Aktionen begleiten. Dank eines geplanten Vorgehens können Sie ihren Blog von Beginn an als Teil des Marketingmix oder Bestandteil der Öffentlichkeitsarbeit einsetzen. Auch im Fall einer Krise, können Sie Diskussionen auf Ihrem Blog bündeln.

Wofür sind Blogs besonders geeignet?

Große NGOs mit vielen Mitarbeitern können durch einen Blog den Mitarbeitern ein Gesicht geben und eine Stimme verleihen. So können auch Vorurteile abgebaut werden, wenn vermeintlich zu viel Geld in die Verwaltung der NGO fließt.

Ihre NGO hilft sehr konzentriert und verfügt dadurch in bestimmten Bereichen (wie Brunnenbau, medizinische Versorgung oder Hilfe bei speziellen Krankheitsbildern) über Expertenkenntnisse. Zeigen Sie Ihr Wissen nach außen und bauen Sie sich einen Expertenstatus auf.

Firmen, die im Rahmen von Corporate Social Responsibility (CSR) aktiv werden wollen, finden möglicherweise in Ihrer Organisation einen attraktiven Partner für das Engagement.

Ihre Organisation veranstaltet regelmäßig Stammtische, Barcamps, Workshops oder gar Konferenzen? Bieten Sie mehr Einblick in die Veranstaltungen in Ihrem Blog, stellen sie die Experten oder Themen im Vorfeld vor und informieren Sie ihre Leser über die gewonnenen Erkenntnisse im Netz.

Menschen spenden gerne für einen bestimmen Zweck. Wenn Sie nicht durch die Medien oder Bekanntenkreis auf Ihre Organisation und Ihr Anliegen aufmerksam werden, dann vielleicht durch Google. Ein Blog verbessert Ihre Auffindbarkeit in Suchmaschinen und kann Sie mit potenziellen Spendern in Kontakt bringen. Gerade die Transparenz auf Blogs und das Implementieren von sogenannten „Call-To-Action“-Elementen erhöht die Spendenbereitschaft.

Sie wollen sich einen Unterstützerbereich aufbauen: Ehrenamtliche gewinnen, gute Mitarbeiter suchen oder  Mitarbeiter binden? Nehmen Sie Ihren Blog als Ausgangsbasis für Ihre weiteren Social Media Aktivitäten und nutzen Sie es auch im ehrenamtlichen Bereich als Networking-Tool.

Dies als Gedanken zum Start einen professionellen Blogs. Und zum Abschluss gebe ich Ihnen noch ein paar Do’s und Don’ts mit auf dem Weg:

Do’s beim Bloggen

Denken Sie daran, auch andere Blogger beschäftigen sich mit für ihre Organisation relevanten Themen. Machen Sie diese Blogs ausfindig, verlinken Sie auch in eigenen Artikeln auf diese Inhalte oder kommentieren Sie in anderen Blogs (bitte nur mit konstruktiven Gedankengängen und klar erkennbar als Mitarbeiter der Organisation).

Bereiten Sie ihre Inhalte multimedial auf und bieten Sie mit Bildern, Videos oder Audiosequenzen Abwechslung.

Machen Sie ihren Blog bekannt. Die URL gehört in Ihre Email-Signatur, auf die Website Ihrer Organisation und auf Flyer.

Stellen Sie eine Social Media Guideline auf. So wissen Ihre Mitarbeiter, was sie dürfen und was nicht. Aber auch kommentierende Leser sehen, was sie auf dem Blog dürfen und was nicht erlaubt ist.

 

Don’ts beim Bloggen

Bitte verfassen Sie auf ihrem eigenen Blog keine Kommentare selbst, sei denn es ist klar zu erkennen, dass Sie hinter dem Kommentar stecken.

Auch wenn kritische Kommentare oder unbequeme Fragen kommen, üben Sie keine Zensur aus, sondern stellen Sie dich der Diskussion. Das macht Ihre Organisation transparent und authentisch.

Verschleiern Sie nicht die Zugehörigkeit zur Organisation oder zu einer Agentur, wenn Sie auf dem eigenen oder fremden Blogs kommentieren.

Wenn Sie Hilfestellungen beim Aufsetzen des Blogs oder einen Blog im Corporate Design wüschen, wenden Sie sich an unseren Partner Lebenswerk – Agentur für digitale Kommunikation. Für Schulungen im Umgang mit WordPress oder bei der Erstellung eines Redaktionsplan steht Ihnen auch die Social Media Trainerin Nicole Kempe  zur Seite oder besuchen Sie einen unserer kommenden Workshops rund ums Bloggen.

Nicole Kempe