Die Europäische Union und die Zivilgesellschaft

Veröffentlicht am von Silvia Starz

Die Förderung über die Europäische Union ist ein komplexes Gebilde. Kleinere Organisationen sollten sich deswegen aber trotzdem nicht von den Fördermitteltöpfen der Europäischen Union fern halten, denn die EU-Kommission tut einiges, um den Kontakt zwischen sich und den Bürgern zu erleichtern und die Wege zu den Fördermöglichkeiten begehbar zu machen. So wird fast alles, was in der EU Kommission passiert, online ins Netz gestellt. Man muss also nur einen Internetanschluss haben und die Fähigkeit, im Netz surfen zu können.

Es ist auch hilfreich zu wissen, dass viele Fördertöpfe direkt in Deutschland verwaltet werden. Diese Übersicht zeigt, wie die Wege der EU-Förderprogramme verlaufen:

EU Förderung im Überblick


Die in Deutschland verwalteten Zuschussmöglichkeiten sind relativ einfach aufzufinden, aber auch die nicht in Deutschland selbst verwalteten Töpfe lohnt es, zu erkunden. Auf dem kürzesten Weg kommt man zu diesen Fördermöglichkeiten über die verschiedenen Gene­raldirektionen wie Umwelt, Soziales oder Justiz, die zum einen viel Information über die entsprechende Politik der EU bieten und auf ihrer Homepage unter einem Menupunkt „Zuschüsse“, „Finanz­hilfen“, „Finanzierungsprogramme“ oder so ähnlich genannt, die Zuschussmöglichkeiten ge­nauer beschreiben. Meist finden sich auf diesen Seiten auch die Antrags­formulare, sämtliche Termine und alle sonstigen Vorschriften.

Wer Englisch kann, ist da klar im Vorteil, weil viele Seiten zuerst auf Englisch und erst spä­ter in Deutsch erscheinen. Manche Seiten gibt es tatsächlich auch nur auf Englisch. Ganz Eilige gehen gleich auf die eine Seite, auf der alle Förderprogramme in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet sind, aller­dings nur mit einem Stichwort versehen. Das ist also eher etwas für Leute, die sich schon auskennen, oder die sich erstmal einen Überblick verschaffen wollen. Viele Informationen gibt es auch da nur auf Englisch.

Für die meisten der nicht in Deutschland verwalteten Fördertöpfe wurden außerdem sogenannte Nationale Kontaktstellen eingerichtet, die auf Deutsch beraten und informieren. Auf sie stößt man allerdings meist erst dann, wenn man sein Förderprogramm gefunden und sich durch die Richtlinien und Anwei­sungen durchgearbeitet hat. Natürlich kann man sich dabei auch von Experten im Netzwerk Gemeinnützigkeit helfen lassen.

Für den gemeinnützigen Sektor sicher besonders wichtig ist die Agentur EACEA, die für die Förderprogramme im Bildungsbereich, für Kultur und Medien, für Jugend und für die Bür­gerprogramme zuständig ist.

Den Kontakt mit der Zivilgesellschaft sucht die EU-Kommission auch über eine spezielle Homepage, die es derzeit allerdings ebenfalls nur in Englisch gibt. Hier bietet die EU-Kommission die Möglichkeit, aktuelle Gesetzesvorhaben zu kommentieren und sie versucht auf diesem Wege, die Bürger zu konsultieren und in ihre Politik mit einzube­ziehen.

Da die aktuelle Förderperiode 2007-13 im nächsten Jahr ausläuft, sollte man versuchen, sich für das nächste Jahr noch schnell Mittel aus dem auslaufenden Topf zu sichern. Pro Jahr ste­hen schätzungsweise über 1 Mrd. EURO für zivilgesellschaftliche Projekte zur Verfügung. Er­fahrungsgemäß gibt es meist Verzögerungen beim Anlauf einer neuen Förderperiode, so dass es sein kann, dass Anfang 2014 manche Förderprogramme noch gar nicht ausgeschrieben werden oder erst später anlaufen.