Das Internet als Fundraising-Instrument

Veröffentlicht am von Hendrik Ette

In Zeiten immer knapper werdender Kassen bei Spenden-Organisationen und dem immer stärker werdenden Wettbewerb um den kleiner werdenden Spendentopf und öffentliche Mittel, ist es unerlässlich auch das Internet als Instrument für die Fundraising-Aktiviäten von Organisationen in die Gesamtstrategie einzubinden.

Sicherlich werden nicht kurzfristig große Summen in die Kassen der Organisation gespült, langfristig lassen sich jedoch mit einem guten Konzept die Spendeneinnahmen, zusätzliche freiwillige Helfer und weitere positive Effekte für Organisationen gewinnen. Viele Organisationen haben Online-Fundraising bereits als ein wichtiges Instrument erkannt und als einen festen Bestandteil Ihres Fundraisings verankert. Wie das funktionieren kann und welche Möglichkeiten es im Internet aktuell gibt, erfahren Sie im folgenden Beitrag.

Die Internetnutzung in Deutschland – Zahlen Daten Fakten
Gemäß dem (N)ONLINER Atlas 2011 sind 74,7 Prozent der Deutschen online und der Onliner-Anteil wächst mit 2,7 Prozentpunkten deutlich. Von den über 14jährigen sind mittlerweile 52,7 Millionen Personen im Internet aktiv.

Im Nonprofit-Bereich ist besonders die Anzahl der Internetnutzer über 50 Jahren interessant, da von dieser Zielgruppe die meisten Spendeneinnahmen stammen: Von den über 50jährigen sind ganze 52,5 Prozent online, was ein beträchtliches Potenzial für Spenden-Organisationen darstellt. Im Jahr 2010 waren es in dieser Zielgruppe noch 49,6 Prozent, was das deutliche Wachstum auch in dieser Zielgruppe deutlich macht.

Gerade wurde in den Medien verkündet, dass Facebook die magische Grenze von 800 Millionen angemeldeten Nutzern geknackt hat. Auch in Deutschland sind bereits mehr als 20 Millionen Mitglieder aktiv, was immerhin jeden vierten Bundesbürger ausmacht.

Laut dem Bitkom (Hightech-Verband) sind im Jahr 2011 über 40 Millionen Deutsche ab 14 Jahren in mindestens einer Online-Community aktiv. 96 Prozent der Internetnutzer unter 30 Jahren, 80 Prozent der 30-bis 49jährigen Internetnutzer und immerhin jeder zweite Internetnutzer über 50 Jahren ist in mindestens einer Online-Community angemeldet.

Was machen diese Zahlen deutlich? Sie zeigen uns, dass sich eine nicht unbeträchtliche Anzahl von Personen, die zu unseren Bezugsgruppen im Fundraising zählen, sich im Internet aufhalten und den dortigen Angeboten Aufmerksamkeit und Zeit schenken.

Soziale Netzwerke für Spenden-Organisationen nutzbar machen
Neben Facebook gibt es auch noch weitere Portale, die sich gut in die Kommunikationsstrategien so mancher Organisationen integrieren lassen. Je nachdem, welche Zielgruppe angesprochen werden soll und welche Inhalte sich ohne großen Aufwand produzieren lassen, werden die entsprechenden Kanäle bewusst ausgewählt. Gibt es zum Beispiel starke Videos, die emotional und authentisch sind, bietet sich zum Beispiel Youtube als Plattform an. Wenn es eher Fotos sind, dann können Bildportale wie zum Beispiel Picasa genutzt werden.

Spendenportale und Crowdfunding
Die Verknüpfung von Social Media Komponenten mit dem Spendensammeln im Internet stellen Portale wie betterplace.org, helpedia.de oder helpdirect.org dar. Hier haben gemeinnützige Organisationen die Möglichkeit, sich kostenlos zu registrieren und Ihre Spendenprojekte vorzustellen und zu bewerben. Hier tummeln sich viele potenzielle Spender, die sie sich extra mit dem Ziel des Spendens dort als Benutzer registrieren und ein für sich interessantes Spendenprojekt auswählen.

Der Weg zu einer abgestimmten Kommunikation im Internet
Die Grundlage einer professionellen digitalen Kommunikation ist immer die eigene Website. Erst wenn diese gemäß der Corporate Identity der Organisation gestaltet ist, sie informativ und gut strukturiert ist, auf jeder Seite der Hinweis zum Spenden oder sogar ein Online-Spenden-Button eingebaut ist, sollte an eine Ausweitung der Aktivitäten über die eigene Website hinaus nachgedacht werden.

Wenn sich nach gründlicher Analyse der individuellen Situation herausstellen sollte, dass es für Social Media Aktivitäten noch zu früh ist, oder diese gar nicht in das eigene Konzept passen, dann ist zumindest die Einführung eines Weblogs auf der eigenen Website ratsam. Hierüber können Sie Ihre Bezugsgruppen über aktuelle Themen auf dem laufenden halten. Denn wer spenden soll, der will auch wissen, wie es in diesem Moment um die Organisation steht, welche Themen sie beschäftigt, wie die Mittel verwendet werden. Das Zauberwort ist “Transparenz”.

Diese Fragen sollten Sie sich vor dem Start von Social-Media-Aktivitäten stellen:
Haben wir genügend aktuelle Inhalte (Texte, Bilder, Videos)?
Haben wir ausreichend Kapazitäten um die Portale zu pflegen?
Wie wird die Strategie in der eigenen Organisation verankern (z.B. Befugnisse der Social Media Manager bei Eskalationen)?
Gibt es Prozesse hinter der Social-Media-Strategie (z.B. Konfliktmanagement)?

Wie Sie Ihre eigene Website professionell gestalten können und wie Sie Ihre Social-Media-Aktivitäten planen, durchführen und auswerten können, erfahren Sie in den kommenden Ausgaben des Newsletters.

Herzlichst, Ihr
Hendrik Ette, lebenswerk.org