Acht Vorteile von Googleplus für Non-Profits

Veröffentlicht am von Silvia Starz

Vergleichen wir die Nutzerzahlen von Facebook und Google+, so ist die Reichweite auf Google weitaus geringer. Aktuell sind nur 1,9 Millionen Menschen dort unterwegs. Facebook ist eher ein Netzwerk, wo wir Freundschaften pflegen und zum Teil auch berufliche Kontakte pflegen. Googleplus dagegen ist dank des Follower-Prinzips in meinen Augen wirklich ein Netzwerk der Leidenschaften. Das mag ein wenig pathetisch klingen, aber spiegelt meine Meinung wieder.

Gerade kleineren NonProfits fehlt oft die Manpower für Social Media und dann noch ein Profil mehr Google+?! Ja, warum nicht, denn Googleplus punktet durchaus mit ein paar Vorteilen gegenüber Facebook.

Kreise ermöglichen zielgerichtete Kommunikation

Wenn Menschen die Seite Ihrer NonProfit-Organisation einkreisen, können Sie die Personen auch in ihre Kreise aufnehmen. Wie auf einem privaten Profil haben Sie die Möglichkeit auch auf einer Seite verschiedene Kreise zu bilden. Damit erhalten Sie eine echte Chance auf zielgerichtete Kommunikation mit beispielsweise Meinungsbildern, Interessenten, Volunteers, Mitarbeitern oder der Öffentlichkeit. Welche Kreise Sie bilden, ist komplett Ihnen überlassen.

Echtzeit-Stream

Auf Facebook beeinflusst der sogenannte Edge Rank, was wir in unserem Newsstream zu sehen bekommen und was nicht. Das heißt, hier wird eine Filterung seitens Facebooks unternommen, die von verschiedenen Faktoren beeinflusst wird. Googleplus verzichtet auf diesen Filter und wie bei Twitter laufen die Informationen von Menschen aus unseren Kreisen chronologisch im Newsstream ein.

Hangouts für Projektabsprachen und Online-Pressekonferenzen

Hangout ist die Videochatfunktion auf Googleplus, wo Sie bis zu neun Personen einladen oder aber ein öffentliches Hangout starten können. Die Einbindung von beispielsweise Youtube-Videos, Google Docs, Slideshare oder auch Desktopansichten während einer Videokonferenz bieten sich für  Projektbesprechungen an oder auch für Weiterbildungszwecke.

Aber warum nicht auch mal ein öffentliches Hangout veranstalten, wo sich jeder zuschalten kann? Das ist doch eine ideale Gelegenheit für eine Online-Pressekonferenz – ob aus der Zentrale oder mittels Smartphone aus einem Krisengbiet.

Sie können auch Experten in einer Pro und Kontra Debatte gegeneinander antreten lassen und dies danach bequem in Youtube einbetten.

Die neueste Erweiterung sind die Hangouts on Air. Vergleichbar ist das Ganze mit Live-Berichterstattungen, denn es können sich unbegrenzt Zuschauer dazu gesellen. Ist aber für Deutschland leider nicht zugelassen, da dies mit dem dies mit dem Rundfunkgesetz kollidiert.

Teilen und Kommentieren lässt sich deaktivieren

Klar, Sie wollen den Dialog, deshalb sind Sie in sozialen Netzwerken aktiv. Es macht aus NonProfit-Sicht selten Sinn, das erneute Teilen oder Kommentieren zu unterbinden. Aber überhaupt diese Möglichkeit zu haben, ist ein großer Schutz der Privatspähre des Nutzers. Bei internen Besprechungen bleibt internes wirklich im inneren Kreis der Projektmitglieder, wenn ich das erneute Teilen deaktiviere.

Google Ripples

Googleplus hat längst nicht so eine ins Detail gehende Statistikfunktion wie die von Facebook-Fanseiten. Dafür kann aber jeder Goolge Ripples nutzen und zwar sowohl vom privaten Profil als auch von der Organisationsseite aus. In den Google Ripples kann man genau nachverfolgen, wer den Beitrag alles geteilt hat und wie er sich durch wen viral verbreitet. Somit können NonProfits ihre Fürsprecher und Multiplikatoren genauso wie Kritiker sehr genau identifizieren und auch ansprechen.

Die interne Suche

Schon mal versucht im Facebook-Netzwerk etwas zu finden? Selbst wenn sich jeder auch die Suchmaschinenergebnisse von Bing mit auf der Plattform einblenden lassen kann, die Ergebnisse sind ein Graus. Dagegen macht das Suchen auf Googleplus richtigen Spaß und dank des Hashtag-Einsatzes (vergleichbar mit Twitter) kann Jeder gezielt suchen. Aber auch ohne Verwendung  eines Hashtags werden Ergebnisse ausgeliefert.

Besseres Suchmaschinenranking

Das Googleplus-Profil wird sehr schnell von Google indiziert und auch in den Suchmaschinenergebnissen ausgewiesen. Auch Ergebnisse aus meinen Kreisen erhalten eine bevorzugte Darstellung. So lange Google die Suchmaschine Nummer 1 ist, lohnt sich schon aus Suchmaschinenoptimierungssicht ein Goolgeplus-Account.

Einfache, saubere Umgebung

Was ich aus Nutzerperspektive schätze: Googleplus wirkt nicht so überladen wie Facebook. Es kommen keine nervigen App-Fragen, ob Spiele, Geburtstagskalender oder ähnliches. Spiele können auch auf Googleplus gespielt werden, aber in einem separaten Stream. D.h. der normale Nutzer ist befreit von diesem (in meinen Augen) Müll.

Fazit

Googleplus bietet einiges an Vorteilen, wobei ich mich hier auf diese konzentriert habe. Selbstverständlich muss jede Organisation schauen, wie es mit den personellen, finanziellen und zeitlichen Ressourcen aussieht. In meinen Augen kommt Qualität vor Quantität und eine sorgsame Analyse der Zielgruppe gehört genauso dazu, wie Ziele für die einzelnen Social Media Präsenzen festzulegen. Aber Googleplus sollte in die Überlegungen generell miteinbezogen werden.

Wenn Sie auf Googleplus unterwegs sind, werden Sie bemerken: Hier wird anders kommuniziert. Es reicht nicht aus, den 1+Button zu drücken um virale Effekte auszulösen. Denn im Newsstream werden im Gegensatz zum Like-Button auf Facebook, die geplusten Beiträge nicht angezeigt. Nutzer sollen zur wirklichen Kommunikation, d.h. kommentieren und teilen von Statusmeldungen, Links oder Fotos aufgefordert werden.

Auch Apps lassen sich derzeitig nicht einbinden, so dass beispielsweise keine Spendenbox, Newsletter-Anmeldebox oder Kampagnen in extra Reitern gepackt werden können. Aber ist das wirklich so ein Riesennachteil? Gut von außen kann man auf diese Apps bei Facebook verweisen, das macht Sinn. Aber innerhalb des Netzwerkes selbst, besuchen die Nutzer im Schnitt nur einmal die Fanseite aktiv und zwar um den Gefällt mir- Button zu drücken. Danach brauche ich einiges an Aufwendungen, um Facebook-User auf die eigene Seite zu bekommen, denn klassischerweise erfolgt die Interaktion aus dem Newsstream heraus.

Dennoch hoffe ich, dass auch Googleplus hier noch nachzieht. Warten wir die Entwicklung ab, schließlich ist die Plattform erst seit einem Jahr am Start.

Wer bisher Fans über Gewinnspiele geködert hat, dem wird dies über Googleplus nicht gelingen. Denn auf dem Social Network dürfen keine Gewinnspiele stattfinden. Aber mal ehrlich: Interagieren die über Gewinnspiele gewonnenen Fans immer mit der Marke bzw. Non-Profit-Organisation? Wenn sie es nämlich nicht tun, hat man davon nichts, außer dass es aussieht als wäre das „Restaurant“ gut gefüllt. Ohne Interaktion (Kommentare, Likes oder Shares) werden eigenen Status-Updates im Newsstream der Fans nicht angezeigt. Wenn man keine Strategie für Nach-dem-Gewinnspiel hat, ist diese Aktion sowieso nahezu sinnlos.

 

Nicole Kempe  www.digitale-inhaltsstrategien.de

Partnerin im Netzwerk Gemeinnützigkeit